Studies & Research

Emergency Operation Center

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designTalent

Tobias Böminghaus
Mainz

hochschule

Hochschule Mainz
Innenarchitektur

Prof. Antje Krauter-Otterbach

ia.hs-mainz.de

projektbeschreibung

Das Emergency Operation Center (EOC) fungiert als Einsatzzentrum im Rahmen humanitärer Notfälle. Die vorhandenen funktionalen Gestaltungsaspekte schaffen Ordnung, Sicherheit und Zukunft. Schnellstmöglich können so durch das EOC Erste-Hilfe-Maßnahmen und anschließende Krisenbewältigung bewerkstelligt werden.

Das EOC ist als temporäre modulare Einheit auch in unwegsamen Krisenorten einsetzbar. Entscheidend ist dabei das genormte ISO-Maß eines 20-Fuß-Transportcontainers, aus dem sich die Architektur entwickelt. Über verschiedene Transportmöglichkeiten ist es machbar, das EOC an die jeweiligen Krisenorte zu bringen. Phase eins beschreibt die Ankunft der modularen Einheit des EOCs in geschlossener Form. Im ersten Schritt wird durch Auseinanderziehen und Aufklappen der Module und der Dachkonstruktion die medizinische Erstversorgung abgedeckt. In Phase zwei erfolgt eine zusätzliche Erweiterung der Architektur, die Konstruktion des Bodenaufbaus und die Organisation der individuellen Krisenbewältigung. Nach Abklingen der Krisensituation kann in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft der Wiederaufbau des Ortes als Phase drei begonnen werden.

Nach Beendigung der Krise wird die gesamte Architektur, die aus der temporären modularen Einheit entstanden ist, zurückgebaut und abtransportiert. Infolge ergibt sich ein freistehender Platz als Mittelpunkt der Gemeinschaft und erinnert als Monument an die gemeinsam überwundene Krisenzeit.

jurystatment

Dass die Arbeit von Tobias Böminghaus so schnell so große Aktualität und Relevanz entwickeln würde, war zum Zeitpunkt der Konzeption sicher nicht absehbar. Umso beeindruckender, dass das Konzept des „EOC“ eine solche Weitsicht aufweist – und vom Konzept bis hin zur Visualisierung in allen Details überzeugt.

Als Designer bewegt sich Böminghaus mit dem Konzept des „Emergency Operation Center“ in einem Spannungsfeld zwischen Produktdesign, Architektur, Konstruktion und Logistik und beleuchtet die Ergebnisse immer wieder kritisch aus der Perspektive des Anwenders. Man gewinnt den Eindruck, dass das „EOC“ längst den Entwurfsstatus verlassen hat – hier zeigt sich ein Wettbewerbsbeitrag, den man sich morgen schon als Realisierung wünschen würde.

Wir würdigen mit dem Designpreis Rheinland-Pfalz nicht nur die überaus komplexe Konzeption innerhalb einer zeitgemäßen wie hochrelevanten Aufgabenstellung, sondern auch das stimmige und intelligente Zusammenspiel aus Design und Funktion, das Tobias Böminghaus mit seiner Arbeit unter Beweis gestellt hat.

Christian Voigt